Aktuelle Themen März 2011

 

Vorschau auf die Themen dieser Woche: 

 

Massefiguren - Militär: Die 10,5 cm Standardserie von Hausser aus der Kaiserzeit

Musterung: Mini-Forma 1. Weltkrieg Ulane zu Pferd

Geschichtsstunde: Großer Deutscher Bauernkrieg: "Die Weinsberger Bluttat und Hinrichtung des Jäcklein Rohrbach" Vignette gestaltet nach einer Illustration aus dem Jahre 1551 aus dem Buch "Die Beschreibung des Bauernkrieges" von Peter Harrer.

Heute: 20 neue Foto`s im Masse Tierkatalog

Vielen Dank für das Interesse und 25.000 Besuche seit Start am 8. Dezember 2010

Meister Mathias Masse Tiere: "Schwarzer Kaltblüter von 1950 Lineol"

Kaltblüter der 4. Generation um 1950 Lineol

Für die 4. Generation der Lineol Tierserie wurde unter anderem der Kaltblüter hergestellt.

Die übliche Bemalung war ein helles und ein dunkles braun.

 

Kauf und Sammlerberatung:

Das hier abgebildete Pferd als stehender Kaltblüter in einer schwarzen Bemalung ist sehr selten und wird in Sammlerkreisen zwischen 30 und 40 € gehandelt.

(*alle Angaben sind freibleibend!")

 

 

Von früher bis heute - Firmengeschichte, Figuren und Wissenswertes

2 Indianer mit Jagdbeute "Tapir" - Fa. Fischer Thüringen Nachkrieg

Massefiguren: Wild-West Katalog - Jagdgruppe von Friedhold Fischer Thüringen: Die aufwendig gestaltete Gruppe wurde erst nach dem Krieg produziert. Die Firma Fischer existierte bereits nach dem 1. Weltkrieg produzierte u. a. Militärfiguren und Scherzartikel und wurde erst Anfang der 70er Jahre vollständig in einen volkseigenen Betrieb der damaligen DDR überführt. Die Wild-West Figuren wurden erst nach dem 2. Weltkrieg hergestellt. Zeitweise beschäftigte man bis zu 200 Mitarbeiter, nach dem Krieg profitierte man auch davon, dass man ehemalige Hausser Mitarbeiter beschäftigte und so die Wild-West Serie einem hohen Qualitätsanspruch genügte (mehr Informationen finden Sie im Buch Masse Wild-West Figuren Deutscher Hersteller - Teil 1 von Th. Finck, ISBN: 3-00-011482-3 - Bestellbar unter: www.germantoys.de)

Massefiguren - Tierfiguren: "10 neue Tiere im Masse-Tierkatalog":

Meister Mathias Masse Tiere: "Der stehende Mops von Lineol von 1920"

"Stehender Mops von Lineol - Ausgabejahr 1920"

"Der stehende Mops von Lineol von 1920" ist eine der äußerst seltenen Figuren von Lineol und eine Rarität unter den Hundefiguren. Es existiert noch eine sitzende Version dieser Figur, diese ist öfters zu finden, als der stehende Mops.

Kauf und Sammlerberatung: Die Figur wird im Original zurzeit in Sammlerkreisen zwischen 500 und 1000 €uro gehandelt und kann in einem Top-Zustand um die 1200 €uro erzielen! Sie werden an dieser Stelle in Zukunft für die Antikfiguren auch Preisbewertungen vorfinden. Diese Angaben sind jedoch immer ohne Gewähr, stellen lediglich eine Orientierung für die Sammler dar und beziehen sich immer auf die Echtheit und den Zustand einer Figur. Vor Fälschungen sei an dieser Stelle ausdrücklich gewarnt!

 

 

Massefiguren - Militärfiguren: "Die 10,5 Zentimeter Serie von Hausser":

Deutscher Infanterist mit Franzosen - restaurierte Gruppe 10,5 cm ungemarkt

1. Teil: Die 10,5 Zentimeter Masse Figuren von Hausser gehören wohl mit zu den nostalgischsten und zeitlich am längsten erhältlichen Serien auf dem Gebiet der Spielzeug- und Aufstellfiguren. Hausser hat diese Standardserie von 1914 bis 1932 hergestellt. Danach verschwanden die großen Figuren aus den Katalogen. Natürlich ist es etwas Besonderes Figuren zu sammeln, mit denen vor knapp 100 Jahren schon Kinder gespielt haben! Zwar sagt man heute in Sammlerkreisen gerne "Figuren aus der Kaiserzeit", hauptsächlich verkauft wurden Sie aber nach dem 1. Weltkrieg in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts (zum Anschauen der Fotos unten auf die kleinen Vorschaubilder klicken).

Geschichtsstunde: "Die Hinrichtung des Jäcklein Rohrbach"

Jäcklein Rohrbach war ein charismatischer Anführer der Bauern im Bauernkrieg von 1524 bis zu seinem Tod am 21. Mai 1525. In Heilbronn hatte Jäcklein seinen "aufrührerischen Haufen" gebildet, im Gegensatz zu den meisten anderen gemäßigteren Anführern wie bspw. Thomas Müntzer und der Mehrheit der Bauern die lediglich um eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen kämpften und anfangs noch auf Verhandlungen setzten, wird Jäcklein eher als aufbrausend und unnachgiebig beschrieben. Am 16. April 1525 belagerte er die Stadt Weinsberg und nahm den Grafen von Helfenstein mit seinen Landsknechten gefangen. Der Graf hatte die Bauern vorher beschießen lassen und jedem Aufrührer mit Folter und Tod gedroht. Nun wurde er mit siebzig Getreuen von den Bauern um Jäcklein durch die Spieße gejagt. Die Bauern ließen dazu ihren Pfeifer aufspielen. Die Tat, die als "Weinsberger Blutsonntag" in die Geschichte einging, löste bei den Herrschenden in Deutschland einen regelrechten Schock aus, da diese ihre Stellung bedroht sahen. Mit großer Rücksichtslosigkeit und Brutalität wurden die Bauern nun verfolgt. Selbst Luther, anfangs der Sache der Bauern durchaus gewogen, verfasste nun seine umstrittene Hetzschrift „wider die mörderischen und räuberischen Rotten der Bauern (…) man soll sie zerschmeißen, würgen, stechen, heimlich und öffentlich, wer da kann, wie man einen tollen Hund erschlagen muss. Jäcklein Rohrbach wurde gefangen und am 21. Mai 1525 bei lebendigem Leib verbrannt. Die Illustration von Peter Harrer aus dem Jahr 1551 zeigt die Hinrichtung. Die Art der Hinrichtung war besonders grausam, da Jäcklein bei lebendigem Leibe zu Tode geröstet wurde. Dazu zündete man in kurzer Entfernung kleinere Feuer an und kettete den Deliquenten nur so nahe an, dass er kein Feuer fing (wie auf der Vignette umgesetzt dürfte der Jäcklein daher auch eher nackt gewesen sein). Der Verurteilte rannte, je heißer es wurde, schließlich im Kreis herum und wurde regelrecht durchgebraten. Die Vignette wurde von Axel Bruchhardt aus Mini-Forma Rohlingen gestaltet. Auf der Illustration aus dem Jahr 1551 ist vermutlich die damalige Urteilsverkündung zu lesen:

 

 „Jacob Rohrbach hatt auffruhr gerathen,

des muß er werden gebratten,

bey Neckergartach an einr weyden

must er des feurs flam leyden.

Bis er sein leben endt,

Sein leib zu pulver ward verbrendt.

 

(Quelle: Bild gemeinfrei, Text und Inhalt: "Deutsches Bauerntum, sein Werden, Niedergang und Aufstieg" Verlag Karl Ehlers am Bodensee, 1935)

10 neue Figuren im Masse Tierkatalog von Lineol und Hausser: Pinguin von 1950, Orang Utan um 1920 und junger Tiger um 1920 von Hausser, Puma von 1930, Kängeruh von 1928, Krokodil von 1920 und Schafe von 1906 und 1930 von Lineol.

"Musterung"

Musterung Mini-Forma Preußen

Neue Rubrik: "Musterung" - Neue Figuren, Umbauten und Unikate werden bei der Musterung begutachtet. Hier der Aufruf an alle Hersteller und Umbauer von Figuren Ihre Kostbarkeiten zur Musterung zu schicken. Es spielt keine Rolle ob Modell- oder Spielzeugfigur - ob Zinn- oder Kunststofffigur. Email: kontakt@figurenmuseum.de

Neue Bilder im Masse Tierkatalog: Wildschein, Bison, Hirsch, Gibbon von 1920, Schraubenziege und Rentier von 1930 alle von Lineol. Dazu zu sehen zwei Pfeiffer Tiere um 1914 - Fasan und Dachs.

Preiser Figur in Sonderbemalung

Bericht über die Firma Paul M. Preiser Kleinkunstwerkstätten in den Nürnberger Nachrichten: Man liest recht selten einen Bericht über das Sammeln von Miniaturen. Noch seltener sind Berichte über die wenigen noch verbliebenen Hersteller. Der hier verlinkte Artikel wurde von Herrn Mätzold in den Nürnberger Nachrichten entdeckt. Folgen Sie dem Link: http://www.nordbayern.de/nuernberger-nachrichten/region-bayern/frankische-mini-figuren-sind-weltberuhmt-1.1070908?searched=true

Miniaturserie Emil Pfeiffer, Wien um 1920

Die Miniaturserie der Firma Emil Pfeiffer, Wien um 1920. Der Elefant hat eine Länge von 7 cm und eine Höhe von 4,5 cm, das Zebu 6 cm x 4 cm und der Tiger 5,5 cm x 2 cm.

 

Neue Serie:  Bilder der schwarzen Bande und eines Kanonenzuges der Italienfeldzüge 1525 hier im Figurenmuseum. Mehr Bilder gibt es diese Woche: "Die Trachten der Landsknechte" (Bilder unten: Umbauten aus Elastolin, Germania und Mini-Forma Figuren und Teilen. Umbauten, Gestaltung und Bemalung von Axel Bruchhardt).

"Die Schweizerschlachten" ( Auszüge aus "Schweizerschlachten" mit freundlicher Genehmigung von www.kriegsreisende.de © Frank Westenfelder): Das zerstückelte Italien wurde am Ende des Mittelalters zum Zankapfel der neuen Territorialstaaten Frankreich, Spanien, Habsburg und zeitweilig sogar der Schweiz. Einzelne Landsknechtsfähnlein dienten zwar schon länger im französischen Sold als Unterstützung der Schweizer. Ihre Bedeutung stieg jedoch schlagartig, als es 1510 zum Bruch zwischen Frankreich und der ebenfalls expandierenden Schweiz kam. Um den Verlust seiner Eliteinfanterie auszugleichen ließ der König von Frankreich verstärkt im Reich werben. Bald verfügte er über einige Regimenter. Das stärkste war die "Schwarze Bande", die ihm der Herzog von Geldern zugeführt hatte. Ihren Namen soll sie aufgrund ihrer schwarzen Fahnen und Rüstungen erhalten haben. (...)

Die erste schwere Bewährungsprobe der Schwarzen Bande war die Schlacht bei Ravenna 1512 gegen die Spanier. Die Spanier verließen sich weder auf die Kavallerie, noch auf den rohen Ansturm der Gewalthaufen und hatten deshalb eine feste Stellung hinter einem Graben bezogen. Die Spießer aus der Picardie und die gascogner Armbrustschützen der Franzosen erlitten bei ihrem Angriff von Gewehr- und Geschützfeuer schwere Verluste und wurden abgeschlagen. An anderer Stelle erkämpften sich 5.000 Landsknechte den Übergang über den Graben. Ihr Hauptmann Jakob von Embs wurde dabei erschossen. Sein Nachfolger Fabian von Schlaberndorf, angeblich ein Riese von Gestalt, nahm eine Lanze mit beiden Händen und drückte damit die Spieße der Spanier nieder. Er wurde dabei niedergestochen aber die Landsknechte drangen in die Stellung ein. In dem folgendem Handgemenge wüteten die spanischen Schwertkämpfer furchtbar in ihren Reihen, und sie wurden wieder über den Graben zurückgeworfen. Erst als ein Flankenangriff der französischen Reiterei Entlastung brachte und die französische Artillerie die spanische Stellung schwer erschüttert hatte, griffen Landsknechte, Gascogner und Picarden noch einmal gemeinsam an, überwanden den blutgetränkten Graben und zwangen die Spanier zum Weichen.
Ein Jahr später standen sie den für Mailand kämpfenden Schweizern bei Novara gegenüber. Die Schweizer blieben bei ihrer alten Taktik und überfielen das französische Heer noch bevor es richtig zur Aufstellung gekommen war. Die Infanterie aus der Gascogne und Navarra suchte ohne Widerstand ihr Heil in der Flucht. Auch die adlige Reiterei der berühmten Gens d'Armes brachte sich größtenteils in Sicherheit. Nur die Landsknechte hielten bei den Geschützen aus. Doch es kam nicht zu mehr als ein oder zwei Salven, dann prallten die Gewalthaufen aufeinander. Die Schwarze Bande hielt eine Zeit lang stand, dann unterlag sie dem Ansturm der unbesiegten Schweizer. Diese metzelten erbarmungslos alles nieder, und nur wenige Landsknechte konnten sich retten. Aber auch die Schweizer hatten mit weit über tausend Mann größere Verluste als in allen ihren bisherigen Schlachten zusammen (...)

"Die schwarze Bande" mit Kanonenzug auf dem Weg zu ihrem Untergang bei der Schlacht von Pavia 1525. Der erste Landsknecht trägt die Fahne der französischen Besatzung von Pavia 1512. Die Inschrift bedeutet: "Ludwig König von Frankreich Graf von Pavia"

In der größten Landsknechtsschlacht der Epoche bei Pavia war es dann so weit, und die Schwarze Garde stand gemeinsam mit den Schweizern den Spaniern und Landsknechten des Kaisers gegenüber. Pavia wurde zum größten Triumph der kaiserlichen Landsknechte unter Georg von Frundsberg und zum grausamen Ende der Schwarzen Bande. Zu ihrem Unglück konnten die Franzosen ihre Truppenteile nur nacheinander in die Schlacht führen. So wurden zuerst ihre Reiter von den kaiserlichen Schützen zerstreut und als die 6.000 Mann starke Schwarze Bande anrückte wurde sie von den zwei ungefähr gleich starken Gewalthaufen in die Zange genommen. Die kaiserlichen Landsknechte haßten ihre Kollegen im französischen Sold fast noch mehr als die Schweizer und waren nicht gewillt Pardon zu geben. Viele kannten sich und hatten in anderen Schlachten unter derselben Fahne gekämpft. Einige waren sogar verwandt. So kämpften der Vetter von Wolf von Lupfen und der Bruder von Karl zu Orttenburg bei den Kaiserlichen. Aber es gab keine Absprachen wie bei den Schweizern, die den Kampf gegeneinander immer vermieden hatten. Es gab nur wilden Haß. Kurz bevor sie aufeinanderstießen trat Langenmantel vor die Front und forderte Frundsberg zum Zweikampf. Die kaiserlichen Landsknechte schrien empört auf und hieben ihn in Stücke. Seinen Arm als Siegeszeichen erhoben drangen sie auf die Schwarze Bande ein. Der Kampf war kurz und erbarmungslos. Der Großteil der Schwarzen Bande und die meisten ihrer Hauptleute wurden erschlagen. So ihr Führer Richard de la Pole, der Herzog von Lothringen, der Graf von Nassau und über 50 deutsche Adlige. Nur einige wenige wie der alte Hans von Brandeck und Wolf von Lupfen wurden schwer verwundet gefangen genommen. Als endlich die Schweizer kamen, war bereits alles vorbei. Erstmals in ihrer Geschichte suchten die Schweizer jetzt ihr Heil in der Flucht; aber auch von ihnen entkamen nur wenige. Ein Franzose bemerkte später bedauernd: "wie anders wäre die Schlacht verlaufen, wenn unsere Schweizer wie die Landsknechte gekämpft hätten." Das war sicher falsch, denn die Schweizer hätten angesichts der Übermacht auch nur noch den Heldentod sterben können. Lesen Sie den vollständigen Bericht unter: http://www.kriegsreisende.de/neuzeit/italien.htm

"Uhu auf Stein" Ausgabejahr 1940 Lineol

Meister Mathias Masse Tiere: "Der Uhu auf Stein von Lineol": Der Uhu auf Stein wurde um 1940 (4. Generation) von Lineol hergestellt. Diese Figur wurde nach dem Krieg nicht mehr verkauft. Wahrscheinlich ist die Form in den damaligen Kriegswirren verloren gegangen. Der Uhu ist am Boden mit Lineol gemarkt, kann aber in keinem Katalog der Firma nachgewiesen werden (Alle Informationen von "Meister Mathias Masse Tieren" finden Sie links in der Navigation unter dem Button "Rubriken" - "Meister Mathias Masse Tiere").

Teil 6: "Die Geburt einer Nation" - Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg 1775-1783 und die deutschen Kriegsteilnehmer. "Die Legende von den "verkauften Hessen" (Bericht mit freundlicher Genehmigung von www.kriegsreisende.de © Frank Westenfelder) "Es traten wohl so etlich vorlaute Bursch' vor die Front heraus und fragten den Obersten, wie teuer der Fürst das Joch Menschen verkaufe? Aber unser gnädigster Landesherr ließ alle Regimenter auf dem Paradeplatz aufmarschieren und die Maulaffen niederschießen. Wir hörten die Büchsen knallen, sahen ihr Gehirn auf das Pflaster spritzen, und die ganze Armee schrie: Juchhe nach Amerika", schrieb Schiller in Kabale und Liebe 1784. Schiller war nicht der einzige; in ganz Deutschland empörte man sich plötzlich über den "Menschenhandel" der Fürsten. Der Anlaß war die Vermietung von Truppen zur Niederschlagung des Aufstandes in Nordamerika. Die Kritik richtete sich hauptsächlich gegen Hessen-Kassel, das den Löwenanteil der Söldner geliefert hatte. Doch bei genauerer Betrachtung entpuppt sich das Bild von den "verkauften Hessen" als eine Legende. Lesen Sie den ganzen Bericht unter: http://www.kriegsreisende.de/absolutismus/hessen.htm